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Aktuelle Informationen

Die TAUNUS KUNST TRIENNALE kommt!

Der Kunstverein Hofheim e.V. und das Stadtmuseum Hofheim am Taunus wollen die hiesige Kunsttradition in zeitgemäßer Form weiterentwickeln. Wir möchten den mit der hiesigen Region verbundenen Künstlerinnen und Künstlern ein neues, regelmäßig wiederkehrendes Forum bieten, bei dem sie sich und ihre Arbeit präsentieren können und die interessierte Öffentlichkeit Gelegenheit erhält, sich mit aktuellen Tendenzen der zeitgenössischen Kunst auseinanderzusetzen.

Der Weg dazu heißt „Taunus Kunst Triennale“. Sie soll zum ersten Mal vom 24. November 2019 bis zum 16. Februar 2020 im Stadtmuseum Hofheim stattfinden.

Hier erfahren Sie mehr: NEU! Taunus Kunst Triennale

Weitere aktuelle Informationen...

Kunstreise 2019 nach Soest, Herford und
Werther-Arrode

30 Mitglieder des Kunstvereins ließen sich von der fordernd-frühen Abfahrt um 7 Uhr am Busbahnhof Hofheim nicht schrecken und erlebten auf der diesjährigen Kunstreise drei sehr interessante und kurzweilige Tage.

In Soest und Werther-Arrode wurden wir von der Ausdrucksstärke und Farbigkeit der Bilder zweier nur wenigen bekannten expressionistischer Maler überrascht.

Das Museum Wilhelm Morgner in Soest besitzt mit 60 Gemälden und über 300 Aquarelle, Zeichnungen und Druckgrafiken des von 1891 bis 1917 lebenden Malers über die größte Sammlung an Arbeiten Wilhelm Morgners. Im Eingangsbereich steht man vor dem eindrucksvollen und etwas spöttischen Selbstporträt des nur 19 Jahre alten Morgners. Weitere Bilder, Aquarelle und Zeichnungen illustrieren die rasche Entwicklung des bald erfolgreichen Malers in Richtung Abstraktion.


Selbstbildnis Wilhelm Morgner

Morgner konnte Arbeiten in wichtigen Ausstellungen zeigen. Von 1911 bis 1913 nahm er an Ausstellungen der Neuen Secession in Berlin, des Blauen Reiters in München und des Sonderbundes in Köln teil. Ebenso war er an der 4. Ausstellung der Juryfreien in Berlin und in der Ausstellung Deutsche Graphik in Tokio vertreten. Morgener war nur eine kurze Schaffensperiode vergönnt. 1913 wurde er zum Militär eingezogen und kam im Alter von nur 26 Jahren bei Kampfhandlungen in Flandern ums Leben.


Besuch im Künstlerhaus Böckstiegel

Noch ganz neu ist das in Werther-Arrode erst 2018 eröffnete moderne Museum, das Peter August Böckstiegel gewidmet ist und das wir ebenso besichtigten wie das Künstlerhaus in direkter Nachbarschaft.


Peter August Böckstiegel malte auf die Familie

Peter August Böckstiegel, ein Zeitgenosse Morgners, lebte von 1889 bis 1951. Er wuchs als fünftes von sechs Kindern in einer Kleinbauern- und Leinenweberfamilie in einfachsten Verhältnissen auf. Bereits in der Volksschule wurde seine künstlerische Begabung deutlich. Ab 1907 wurde Böckstiegel in die neu gegründete Handwerker- und Kunstgewerbeschule Bielefeld aufgenommen. 1909 besuchte er mit Mitschülern das Folkwang-Museum in Hagen, wo Werke von Paul Gauguin, Paul Cézanne, Édouard Manet, Auguste Renoir, Auguste Rodin und Anselm Feuerbach ausgestellt waren. Im gleichen Jahr wurde er Mitglied der Bielefelder Künstlergruppe Rote Erde. 1912 sah er erstmals Bilder von Vincent van Gogh, die ihn sehr beeindruckten. 1913 wechselte er nach Dresden an die Akademie der Bildenden Künste, wo er den acht Jahre jüngeren Conrad Felixmüller und wenig später dessen Schwester Hanna Müller, seine spätere Frau, kennenlernte.


Selbstbildnis Peter August Böckstiegel (rechts)

Die Führung durch den schönen hellen Museumsbau war sehr kompetent. Wir erfahren unter anderem, dass der Künstler ein Familienmensch war. Seine Eltern, obwohl sehr arm, förderten ihn nach Möglichkeit. Diese Verbundenheit führte dazu, dass er seine Modelle meist in der Familie suchte: Eltern, Tante, Frau, Kinder, die ganze Familie. Bei der Bombardierung Dresdens im Februar 1945 wurden sein Atelier mit über tausend seiner Werke, Plastiken, Gemälde, Zeichnungen, Druckstöcke und Radierplatten vernichtet. Er kehrte zurück in das durch sein künstlerisches Schaffen durch und durch geprägte Elternhaus, in dem er am 22. März 1951 starb. Zur bevorstehenden Städelausstellung Making van Gogh werden beide Künstler, Morgner und Böckstiegel, mit je einem Bild vertreten sein.


Spektakuläre Architektur: das Marta-Herford-Museum

Den Kontrast zur expressionistischen Kunst setzte die Ausstellung Haltung & Fall – Die Welt im Taumel im 2005 von Frank Gehry erbauten Marta Museum in Herford, die gesellschaftliche Themen in den Fokus nimmt: Kunst mit und über Haltungen - im körperlichen wie im übertragenen Sinn. Zwischen politischer Aufladung und poetischer Auflösung spielen die 25 Künstler*innen mit der Widersprüchlichkeit dieses Begriffspaars. Die Gegenüberstellung von „alter“ und moderner Kunst illustrierte den enormen Wandel des Kunstbegriffs seit der Mitte des letzten Jahrhunderts und gab Anlass zu viele Diskussionen.


Führung durch die Kirche Maria zur Höhe in Soest

Neben den Museen sind auch die Altstädte von Soest und Herford absolut sehenswert. Beim Gang durch die Kirche Maria zur Höhe in Soest konnten wir prächtige Wandmalereien aus der Frühgotik betrachten. Der Stadtführer des 789 gegründeten Herfords zeigte uns aber nicht nur stattliche Kirchen, sondern auch bestens renovierte Gebäude aus der Renaissance, die den früheren Wohlstand beider Hansestädte belegen.


Zum Abschluss ein Gruppenfoto im Kunstwerk

Nach dem abschließenden Dinner mit ebenso anregenden wie heiteren Tischgesprächen stellten wir uns noch zu einem Abschiedsfoto vor der Skulptur Der Ball von Lucio Fabro auf dem Schillerplatz-Kreisel auf. Gemeinsam mit Hartmut Hahn, dem wir die tolle Organisation dieser Reise zu verdanken haben. Es hat alles hervorragend geklappt, bravo und vielen Dank Hartmut.

Reinhard Schmidt

Fotos: Schmidt (5), Wikipedia, Marta-Herford

Abschied von Dr. Erika Haindl

Dr. Erika Haindl

In ihrer Festrede zum 50-jährigen Bestehen des Kunstvereins hatte Dr. Erika Haindl an dessen Gründung erinnert: „Hofheimer Künstler feierten wieder einmal im Hause der Schwestern Martha und Madelaine Hoepffner. Irgendwann rief Herrmann Haindl: ‚Wisst ihr was? Wir gründen einen Kunstverein!‘ In der heiteren Stimmung wurde diese Idee zu einem Ball, mit dem es sich herrlich spielen ließ. Der Ball wurde immer bunter und stand irgendwann wie eine Wunderblume über unseren Köpfen und entfaltete immer bewegendere Formen. Es schien, als segelten diese zum Fenster hinaus zu anderen Menschen, die ebenfalls für ungewöhnliche Ideen empfänglich waren.“

Diese Worte spiegeln die Facetten dieser ungewöhnlichen Frau wider, wie wir sie gekannt haben: humorvoll, phantasievoll, verspielt, klug und immer am kulturellen und politischen Diskurs interessiert. Am 28. April ist Erika Haindl einen Tag nach ihrem 88. Geburtstag verstorben.

Sie vertrat einen weiten Kunstbegriff, der sich nicht auf die ästhetische Erfahrung im privaten Raum beschränkte. Natürlich sollte Kunst Anlass zur Reflexion sein, Medium zum Vor- und Nachdenken. Kunst sollte aber auch als Grund zur Aufregung gesehen werden, als Möglichkeit der Einmischung dienen. Diese Überzeugung hat Erika im Kunstverein gelebt und darüber hinaus in ihren zahlreichen Initiativen im öffentlichen Raum verwirklicht.

Nur zwei Beispiele, wie sie mit unermüdlichem Engagement und langem Atem für die Wahrung von kulturellem Erbe und für die lebendige Auseinandersetzung mit Kunst eintrat: Als 1. Vorsitzende des Kunstvereins engagierte sie sich gegen den Abriss der Altstadt und vertrat auch als Mit-Begründerin der „Bürgervereinigung Hofheimer Altstadt“ und Mitglied der Altstadtkommission aktiv die Bewahrung des historischen Erbes Hofheims. Die Sanierung des Bauerngehöftes des Ehepaars Haindl setzte einen ersten und entscheidenden Meilenstein für den Erhalt der Altstadt. Es wurde Wohnort und Ort kultureller Veranstaltungen zugleich. Auch das zeigt, wie sehr Erika ihr Verständnis von Kunst und Kultur lebte.

Die Idee eines eigenen Museums für die Kreisstadt, das die bewegte künstlerische Vergangenheit reflektiert, aber auch das aktive kulturelle Leben widerspiegelt, lag ihr am Herzen. In ihrer Zeit als 1. Vorsitzende des Kunstvereins hat sie im Arbeitskreis der Stadt maßgeblich an der Ausgestaltung des Museums mitgewirkt hat. Für diese und zahllose weitere Aktivitäten im kulturellen Bereich ist sie verdientermaßen vielfach ausgezeichnet worden.

Wir nehmen Abschied von Erika Haindl, einer außergewöhnlichen Frau, die den Menschen und den gesellschaftlichen Herausforderungen grundsätzlich und menschlich zugewandt war.

Die Skulptur „Change me“ von Ingrid Hornef sucht noch Spender

Skulptur "Abgehakt" von Thomas ReifferscheidVier der fünf beim Steinbildhauer-Symposium 2013 entstandenen Skulpturen konnten wir inzwischen ankaufen und der Stadt Hofheim für die Sammlung des Stadtmuseums schenken. Möglich wurde das durch viele Spenden, nicht zuletzt unserer Mitglieder, für die wir uns auch an dieser Stelle noch einmal herzlich bedanken. Jetzt geht es darum, dass uns auch der Abschluss des Symposiums gelingt: der Ankauf der fünften, von der Hofheimer Künstlerin Ingrid Hornef geschaffenen Skulptur „Change me“, die eindrucksvoll vor dem Rathaus steht.

Steinbildhauer-Symposium 2013

Damit die Leihgabe der Künstlerin dauerhaft in Hofheim bleiben kann, brauchen wir Ihre Unterstützung. Wenn Sie uns helfen wollen, zum Beispiel mit einer Sammlung anlässlich Ihres runden Geburtstags, überweisen Sie bitte Ihre Spende auf das

Spendenkonto „Skulpturen für Hofheim“
IBAN DE08 5125 0000 0002 2221 67
bei der Taunussparkasse Hofheim.

Herzlichen Dank!